Ingenieurstudierende besuchen Textilveredler

Ingenieurstudierende besuchen Textilveredler

Montag, 17. März 2014

Presse-Information

Stoff für Verfahrenstechniker: Ingenieurstudierende besuchen Textilveredler in Hamminkeln

 

Technische Fachhochschule Georg Agricola Herner Straße 45 44787 Bochum

Bochum, den 22. Januar 2014

Mode und Ingenieurwissenschaft haben mehr miteinander zu tun als man denkt. Denn bis aus einem Stoff modische und multifunktionelle Textilien werden, sind aufwändige industrielle Prozesse nötig. Die Konstruktion und der Betrieb der Anlagen ist eine Aufgabe für Ingenieurinnen und Ingenieure der Fachrichtung Verfahrenstechnik. 26 Studierende dieses Faches an der Technischen Fachhochschule (TFH) Georg Agricola besuchten mit Prof. Dr. Uwe Lenski und der Diplom-Ingenieurin Annemarie Görner am 20. Januar das Textilveredelungsunternehmen Gerhard van Clewe GmbH & Co. KG in Dingden bei Hamminkeln, das zu den führenden Unternehmen der Branche gehört.

Mit rund 200 Mitarbeitern verarbeitet das 1954 gegründete Familienunternehmen in einem hochmodernen Maschinenpark an rund 50 Produktionsanlagen Stoffe zu hochwertigen Textilien. Die bei van Clewe veredelten Textilien werden nicht nur in der Bekleidungsindustrie sowie als Heimtextilien, Dekorations- und Bühnenstoffe eingesetzt, sondern auch bei so unterschiedlichen Anwendungen wie dem Sonnenschutz und im Automobilbau.

Die Werksführung zeigte den TFH-Studierenden anschaulich, welche vielfältigen Berufschancen sich für sie später bieten: Verfahrenstechnik kommt wie bei der Textilveredlung in fast allen Produktionsbetrieben zur Anwendung. Und auch die Herstellung der Eingangschemikalien, die Energieerzeugung und die Behandlung der Abfälle erfolgt in verfahrenstechnischen Anlagen, für die gut ausgebildete Fachkräfte dringend benötigt werden.

Die Anlagentechnik bei van Clewe zeichnet sich besonders durch den effizienten Einsatz von Energie und Ressourcen aus. So ging hier im Sommer 2013 ein sogenannter Spannrahmen mit neuer Trocknertechnologie in Betrieb. Mit einem zentralen Heizungssystem, einem völlig neuartigen Luftführungssystem sowie einer ausgeklügelten Temperaturregelung lässt sich im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen bis zu 30% Energie einsparen. Des Weiteren verfügt das Unternehmen über ein Abluftreinigungs- und Wärmerückgewinnungsverfahren. Im Jahr 2012 wurde eine Kraft-Wärme-Kopplungs(KWK)-Anlage in Betrieb genommen, die den Betrieb mit

Strom und Wärme versorgt. Mit einem komplexen Speicher-, Wärmetauscher- und Rohrleitungssystem wird sichergestellt, dass die eingespeiste Energie optimal verteilt und verbraucht wird. Der Wirkungsgrad solcher Anlagen liegt bei bis zu 87 %. Van Clewe betreibt außerdem eine eigene sehr aufwändige Abwasseraufbereitungsanlage, aus der die Hälfte des benötigten Wassers für den Produktionsbetrieb zurückgewonnen wird.

Die TFH und die Gerhard van Clewe GmbH arbeiten bereits seit längerem zusammen: Prof. Dr. Lenski hat für die Firma eine Reihe von Untersuchungen zur Material- und Energieeffizienz durchgeführt und gemeinsam mit dem Unternehmen Studien- und Abschlussarbeiten im Bereich der Energie- und Verfahrenstechnik betreut. Aktuell wird im Rahmen einer Bachelorarbeit eine neue Farbmischstation optimiert und in Betrieb genommen.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stephan Düppe
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