Zehn Jahre Kinderhort van Clewe

Zehn Jahre Kinderhort van Clewe

Montag, 07. August 2017

Hamminkeln. Der Textilveredler aus Dingden ermöglicht seinen Mitarbeitern, Familie und Beruf zu verbinden.

Michaela Galonska muss ihre drei jungen Schützlinge nicht lange bitten. Das Trio nimmt bereitwillig im Sandkasten Platz, um sich fotografieren zu lassen. Eine Szene mit Symbolcharakter, denn im Kinderhort der Dingdener Firma van Clewe herrscht eine entspannte Atmosphäre. Galonska ist eine erfahrene Erzieherin, betreut bereits seit 26 Jahren Kinder im U3-Bereich und hat ein gutes Händchen und die entsprechende Ruhe für diese Aufgabe. Und das färbt schnell auf die Kinder ab.

Während sie selbst nun seit zweieinhalb Jahren für den Textilveredler aus Dingden arbeitet, gibt es den Kinderhort der Firma exakt am Sonntag bereits seit zehn Jahren. Das Familienunternehmen darf sich damit ohne Zweifel als ein Vorreiter auf diesem Gebiet bezeichnen. „Der Geschäftsleitung war es eben schon damals sehr wichtig, dass unsere Mitarbeiter die Möglichkeit erhalten, Familie und Beruf miteinander zu verbinden“, sagt Kirsten Böing, Assistentin der Geschäftsleitung.

Letztlich ist es für beide Seiten eine ideale Lösung: Die Firma van Clewe kann ihre Fachkräfte weiterhin an sich binden und die jungen Mütter können zeitnah wieder in ihren Beruf zurückkehren. Zeitnah bedeutet dabei, dass sich unter den insgesamt 26 Kindern, die in dem Kinderhort in den vergangenen zehn Jahren betreut wurden, auch schon Säuglinge befanden. Sechs Wochen alt war das jüngste Kind, das bei van Clewe beaufsichtigt wurde. In der Regel sind die Kinder aber etwa ein Jahr alt, wenn sie in die betriebseigene Kindertagesstätte kommen. Sie verlassen diese dann wieder als Dreijährige.

Die Ausstattung des Kinderhorts ist vorbildlich. Ein großer Spielraum mit angrenzendem Badezimmer und eine kleine Küche stehen ebenso zur Verfügung wie ein separater Schlafraum sowie ein Spielplatz im Außenbereich. „Wenn es eben möglich ist, sind wir an der frischen Luft, machen einen Spaziergang in den Ort oder fahren mit dem Kinderwagen, in dem vier Kinder gleichzeitig Platz finden“, erzählt Michaela Galonska. Sie legt viel Wert auf Rituale, wie beispielsweise das gemeinsame Frühstück, damit sich die Kinder sicher und unbeschwert entwickeln können. Mit den Eltern steht sie im ständigen Kontakt, veranstaltet einmal im Jahr ein Essen, damit sich auch die Eltern untereinander kennenlernen können. Weitere Aktionen mit den Kindern sind unter anderem ein Weihnachtsfrühstück, das Laternenbasteln oder zum Abschluss eine gemeinsame Zugfahrt.

Das für ein mittelständisches Unternehmen eher ungewöhnliche Engagement richtet sich ausschließlich an die Mitarbeiter der Firma. „Das Angebot ist kostenlos. Lediglich für die Verpflegung oder Material zum Basteln wird ein kleiner monatlicher Beitrag fällig“, sagt Kirsten Böing. Die Betreuungszeit beginnt morgens um 7.30 Uhr und endet um 13 Uhr.

Quelle: RP 05.08.2017 (Verfasser: Michael Elsing)

Foto: Stefan Pingel